ARTHROSE DER KNIESCHEIBE

Die Gründe für eine Arthrose der Kniescheibe sind vielfältig und reichen von angeborenen Fehlstellungen bis hin zu beruflicher oder sportlichen Überlastung. Oftmals sind sie auch Folgen von Brüchen der Kniescheibe. Die größte Gruppe ist jedoch diejenige mit einer angeborenen Kniescheibeninstabilität / Patellaluxation oder eienr Trochleadysplasie, die nicht adäquat (beispielsweise mit einer Trochleaplastik) behandelt wurde und durch den deutlichen Überdruck zu einer frühzeitigen Arthrose der Kniescheibe geführt hat. Die Knieschiebenarthrose tritt meistens isoliert auf, betrifft aber aufgrund der Entstehungsform eher jüngere Patienten. Die Behandlung der Kniescheibenarthrose ist daher auch unter komplett anderen Aspekten an zu gehen.

NICHTOPERATIVE THERAPIE

Die konservative Therapie der Kniescheiben-Arthrose hängt nicht nur vom Stadium der Erkrankung, sondern auch von den Ansprüchen des Patienten und den damit verbundenen Lebensgewohnheiten ab. Ziel der Therapie der Kniescheibenschmerzen ist es, die Entzündungsherde und Schwellungen im Gelenk zu beseitigen. Hier können auch Medikamente kurzfristig zum Einsatz kommen.
Eine Gewichtsreduktion ist oftmals schon der entscheidende Puhnkt. Wichtig ist zudem, dass sich der Patient regelmäßig bewegt und konsequent Physiotherapie und eine Eigentherapie durchführt. Hier muss das Augenmerk im Besonderen auf der Dehnung der einzelnen Strukturen liegen, um die Überlastung auf die Kniescheibe zu senken. Eine weitere Möglichkeit der Therapie ist die 3 malige Injektion mit Hyaluronsäure und PRP. Am wirkungsvollsten gilt derzeit die Verwendung von aus dem Körperfett gewonnenen Stammzellen zur Normalisierung des Hoffaschen Fettkörpers.

TUBEROSITASVERSATZ

Bei der Therapie der Arthrose der Knieschiebe durch Tuberositastransfer wird die Distanz zwischen Kniescheibe und Oberschenkel erhöht und der Druck auf die Kniescheibe gesenkt. Durch die Minimierung dieser Druckbelastung können die Schmerzen gelindert werden. Die Verschiebung der Kniescheibenführung nach innen und nach vorne berechnen wir millimetergenau anhand der von uns angefertigten MRT und Röntgenbilder, um sowohl den Druck von außen nach innen als auch von der Kniescheibe weg nach vorne zu verschieben. Der verschobene Knochen wird mit 2 Schrauben gesichert.

Dieser Eingriff bei einer Kniearthrose wird stationär durchgeführt. Unsere Patienten liegen meistens 2-3 tage stationär bis sie mit einer Schiene und Krücken entlassen werden. Die Entlastungsdauer beträgt 6 Wochen und die Beugung wird währenddessen schrittweise im Abstand von 2 Wochen von 30°, 60° und 90° auf eine freie Beweglichkeit gesteigert. Nach einer Teilbelastung während einer 6-wöchigen Einheilungsphase können Sie nach einer Röntgenkontrolle im Anschluss die Belastung schnell steigern. Ab diesem Zeitpunkt ist dann auch wieder Autofahren erlaubt. Muskulär kann in der gesamten Zeit mit angelegter Schiene trainiert werden. Sobald der Knochen sicher verheilt ist, bestehen keine Einschränkungen mehr.

 

ÄUSSERE KAPSEL-
VERLÄNGERUNG (LATERAL RELEASE)

Die äussere Kapselverlängerung ist ein Eingriff der nur bei der Arthrose der Kniescheibe und nicht bei der Instabilität eingesetzt werden sollte. Um bei der gewünschten Schmerzreduktion keine Instabilität zu provozieren, führen wir eine deutlich raffiniertere Technik durch – die laterale Erweiterung. Bei der äußeren Kapselerweiterung wird die äußere patellofemorale Kontaktfläche entlastet und nach innen verlagert. Dabei wird das doppelschichtige Retinaculum in einem filigranen plastischem Eingriff von einander getrennt und in einer erweiterten Technik wieder adaptiert. So gelingt eine Erweiterung und Druckentlastung, während das Gelenk verschlossen bleibt und eine Instabilität vermieden wird.

TEILPROTHESE - KNIESCHEIBENPROTHESE

Wenn biologische und entlastende operative Verfahren ausgeschöpft sind, kommt bei der Kniescheibenarthrose eine Mini-Prothese zum Einsatz,
Die von Prof. Schöttle entwickelte und international verwendete anatomisch geformte WAVE-und Kahuna Prothese ist derzeit der einzige Gelenkersatz, bei der die Anatomie in allen Details mit verschiedenen Krümmungen entsprechend des Oberschenkelknochens nahezu maßgeschneidert angepasst werden kann. Da sie gleichzeitig die dünnste auf dem Markt existierende Prothese ist, ist der Knochenverlust marginal und es gibt auch keine Probleme mit einem Überstand und dadurch erhöhten, schmerzauslösenden Drücken zwischen Kniescheibe und Oberschenkel bei dieser Kniescheibenarthrosen Behandlung.
Ein weiterer Vorteil dieses Mini Ersatzes ist die Fixierung: sie wird zementfrei mittels einer Schraube in dem darunterliegenden, gesunden Knochen befestigt. Diese Eigenschaft und die sehr guten Ergebnisse dieses Gelenkersatzes im Alltag und beim Sport haben dazu geführt, dass dieses Verfahren bei der Behandlung der Kniescheibenarthrose gerade beim jüngeren Patienten zum Einsatz kommt.

Sollte aufgrund von zusätzlichen knöchernen Fehlstellungen eine Miniprothese nicht mehr möglich sein, so kommt ein etwas größerer Teilersatz zum Tragen.

Da wir uns 2002 sowohl klinisch als auch radiologisch und im Rahmen der Navigation sehr intensiv mit der Behandlung der Schmerzen und Arthrose des Kniescheibengelenkes auseinandersetzen, kennen wir alle Feinheiten, die es zu beachten gilt, um unseren in diesem Fall recht jungen Patienten eine erfolgversprechende Lösung an zu bieten.

Wie alle Teilersätze wird auch dieser in einem stationären Aufenthalt durchgeführt.

Bereits nach 4 Tagen ist eine Verlegung in eine stationäre Rehabilitationseinrichtung möglich. Nach einer Teilprothese ist die Verwendung von Krücken mit einer Teilbelastung über einen Zeitraum von 2 Wochen notwendig.

Unsere Leistungen

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